Prototyping

Der Begriff Prototyping wird im Informatik-Handbuch als ein Verfahren bei der Softwareentwicklung definiert, bei dem Prototypen entworfen, konstruiert, bewertet und revidiert werden. Auf diese Weise schafft Prototyping eine Kommunikationsbasis für alle beteiligten Gruppen, vermittelt experimentelle und praktische Erfahrungen für die Auswahl bei Designalternativen und ist eine dynamische Beschreibung des sich entwickelnden Softwaresystems [1]. In der Literatur hat sich folgende Unterscheidung bei den Begriffen durchgesetzt. Das explorative Prototyping bietet einen Hinweis darauf, wie die Herausforderung aus Anwendersicht zu klären ist. Das experimentelle Prototyping unterstützt dagegen die konstruktive Umsetzung der Anforderungen an ein System. Das evolutionäre Prototyping ist Teil eines kontinuierlichen Verfahrens, bei welchem die Anwendersoftware schrittweise entwickelt und innerhalb einer Organisation an die sich ändernden Randbedingungen angepasst wird [2].

Wie in den vorigen Punkten erläutert, kann die Herstellung eines Prototyps sehr aufschlussreiche Erkenntnisse über die Umsetzungsmöglichkeiten und die nötigen Zeiten für das Projekt liefern, die anschließend durch eine genauere Planung zu einem besseren Gesamtergebnis führen. Es geht in dieser Phase nicht darum, ein voll ausgereiftes System zu entwickeln, sondern um die Erstellung einer funktionierenden, abgespeckten Version, welche die Kernfunktionalität erfüllt. Trotzdem muss auch der Prototyp bereits auf CD gebrannt und an unterschiedlichen Rechnern getestet werden, so dass der komplette Produktionszyklus einmal durchlaufen wurde. Dies ist besonders dann nötig, wenn der Kleinunternehmer wenige Projekte dieser Art abgeschlossen hat. So kann diese Phase auch als kurze und überschaubare Ablaufübung für das anstehende Projekt angesehen werden.

Im Webdesign spricht man heute von Mock-up oder von Wireframes, die es dem Kunden erleichtern eine Vorstellung von der zu entwickelnden Anwendung zu erhalten.



[1] Rechenberg, Peter, Pomberger, Gustav. Informatik-Handbuch. München;Wien: Carl Hanser Verlag, 1999, Seite 779.

[2] Floyd, C. Software engineering und dann?. Informatik Spektrum 17/1 (1994) Seiten 29-37.